Ein Abend über der Caldera

In Imerovigli beginnt der Reiz von Throubi schon mit seiner Lage. Das Restaurant des Andronis Concept Wellness Resort verbindet griechisch-mediterrane Küche mit einer zeitgemäßen Handschrift und setzt laut eigener Beschreibung auf kleine lokale Erzeuger.

Es gibt Plätze im Inneren und auf der Terrasse. Wir würden draußen reservieren: Ägäis und Vulkanlandschaft gehören wesentlich zu diesem Abend. Wir kamen zum Sonnenuntergang. Das erwies sich als genau die richtige Entscheidung.

Quelle: Throubi — Andronis Concept

Die Terrasse und das letzte Licht

Bei Throubi ist die Uhrzeit beinahe so wichtig wie die Menüwahl. Von der Terrasse schweift der Blick über die Caldera aufs Meer. Mit sinkender Sonne weichen Weiß und Blau wärmeren Gold- und Orangetönen.

Für uns entstand dabei eine natürliche, besonders für Paare schöne Atmosphäre. Ein Aperitif vor Sonnenuntergang lässt Zeit, diesen Wechsel bewusst wahrzunehmen. Später wirkt der Tisch intimer, und der Übergang zum Abendessen ergibt sich von selbst. Bei einem weiteren Besuch würden wir wieder diese Stunde wählen.

Die Küche: vertraute Aromen, neu interpretiert

Griechische und mediterrane Zutaten bilden den Ausgangspunkt. Die Küche verfeinert vertraute Kombinationen, ohne ihre Herkunft ganz hinter der Präsentation verschwinden zu lassen.

Bei unserem Abendessen konnten wir zwischen einem Menü und à la carte wählen. Wir entschieden uns für die Karte. So konnten wir die Gerichte auswählen, die uns besonders interessierten, ohne uns auf eine längere Degustation festzulegen.

Santorini-Tomate, Verbene und Olive

Die Tomate wurde elegant mit Verbene und Olive präsentiert. Sie war die schlichtere unserer beiden Vorspeisen: Das Gemüse stand im Mittelpunkt, die Verbene ergänzte eine frische, aromatische Note.

Leicht, angenehm und sauber gearbeitet. Es war nicht das eindrucksvollste Gericht des Abends, aber ein stimmiger Einstieg in eine Küche, die lokale Produkte behutsam weiterdenkt.

Bernsteinmakrele, Zitrusfrüchte, Trüffel und Mandel

Die Bernsteinmakrele gehörte zu den überzeugendsten Gerichten. Fisch und Trüffel brachten Fülle, Zitrusfrüchte die nötige Frische, die Mandel zusätzliche Textur.

Die auf dem Papier ambitionierte Verbindung funktionierte mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit. Das Gericht besaß Persönlichkeit, ohne überladen zu wirken. Von unseren beiden Vorspeisen würden wir diese wieder bestellen.

Bourdeto: Meeresaromen mit Pasta

Throubi interpretiert den ionischen Fischklassiker mit Orecchiette, roten Garnelen und Rotbarbe. Die Meeresaromen harmonierten, besonders das Zusammenspiel von Garnele und Fisch.

Bei der Pasta blieb ein Vorbehalt: Für unseren italienisch geprägten Geschmack waren die Orecchiette weicher als das bevorzugte al dente. Das machte den Teller keineswegs misslungen, nahm ihm aber etwas von der Präzision, die die Bernsteinmakrele ausgezeichnet hatte.

Lammrücken, Aubergine und Kirsche

Der Lammrücken wurde mit Santorini-Aubergine und Kirsche serviert. Die Präsentation war sorgfältig, die Zubereitung gelungen; die süßsäuerliche Frucht passte zur kräftigeren Fleischkomponente.

Wir fanden das Gericht gut, ohne dass es besonders lange nachwirkte. Neben dem Fischgang fehlte ihm etwas Eigenständigkeit. Bei einem Abendessen dieser Kategorie entscheidet auch die Konstanz zwischen den Gängen über den Gesamteindruck.

Der Service

Das Team war freundlich und professionell. Der Abend verlief ohne nennenswerte Probleme und blieb angenehm entspannt.

Für herausragenden Service hätten wir uns mehr vorausschauende Aufmerksamkeit und ein paar persönliche Gesten gewünscht. Das ist ein begrenzter Einwand, erhält aber Gewicht durch den Anspruch des Hauses. Gute Begleitung und außergewöhnliche Gastlichkeit sind im Detail zu unterscheiden.

Was den Preis rechtfertigt

Throubi liegt am oberen Ende unserer Restaurant-Erfahrungen auf Santorini. Ein Teil des Gegenwerts steckt ausdrücklich in Terrasse, Landschaft und Sonnenuntergang.

Wer ausschließlich wegen der Küche kommt, gewichtet diesen Anteil vielleicht geringer. Für einen romantischen Abend mit zeitgemäßen griechischen Gerichten und Caldera-Panorama ist das Gesamtbild überzeugender.

Das SoftLuxNotes-Urteil

Die Bernsteinmakrele war unser Favorit. Tomate und Lamm gefielen uns, ohne dieselbe Wirkung zu entfalten; die Pasta hätten wir bissfester bevorzugt. Der Service begleitete den Abend freundlich, ließ aber Raum für mehr persönliche Feinheit.

In Erinnerung bleibt dennoch ein Erlebnis, das sich nicht auf die Teller reduzieren lässt. Das Licht über der Ägäis gibt dieser Terrasse ihren besonderen Reiz. Wir würden Throubi für dieses Zusammenspiel wählen: draußen sitzen, vor Sonnenuntergang ankommen und dem Abend Zeit lassen.

Vor der Reservierung

Gerichte und Kombinationen beschreiben unser Essen; die Karte kann sich ändern. Einen Terrassentisch und die Ankunftszeit direkt bestätigen lassen. Ein früher Aperitif funktioniert nur, wenn bereits Gäste empfangen werden. Der Sonnenuntergang sollte Teil der Planung sein.

Quellen & Prüfung
Geprüft am
17. September 2026

Persönliche Beobachtungen sind privat dokumentiert. Belege und Buchungsdetails werden nicht veröffentlicht.